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1 H. P. Lovecraft am 12.06.11 11:25



Eisheiliger

Schweinehund
Was haltet ihr von Lovecraft? Könnt ihr mit seinen Geschichten und seinem Stil womöglich nichts anfangen? Findet ihr zum Beispiel den Vorwurf des Rassismus in seinen Werken berechtigt?



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2 Re: H. P. Lovecraft am 12.06.11 21:23



Hiatus

Doomed to play the Villain's Part
Rassismus? Davon höre ich zum ersten Mal. Ich habe jetzt zwar noch kein Buch von Lovecraft gelesen, aber ich kenne von einigen Geschichten die Handlung und ich kann mich nicht an Rassismus erinnern.



With insomnia, nothing is real. Everything is far away. Everything is a copy of a copy of a copy.

3 Re: H. P. Lovecraft am 14.06.11 15:08



Eisheiliger

Schweinehund
Es gibt schon Stellen, die aus der heutigen Sicht rassistisch sind, z. B. in "Schatten über Innsmouth". In "Die Ratten im Gemäuer" kommt ein Kater namens "Nigger" vor, aber die Bezeichnung war damals noch nicht "politisch unkorrekt".



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4 Re: H. P. Lovecraft am 14.06.11 15:23



Hiatus

Doomed to play the Villain's Part
Die Bezeichnung wurde aber damals schon abfällig gebraucht oder nich? Rassismus bleibt Rassismus egal zu welcher Zeit.



With insomnia, nothing is real. Everything is far away. Everything is a copy of a copy of a copy.

5 Re: H. P. Lovecraft am 14.06.11 15:31



Kate

Snowblind
Es wäre auch interessant zu wissen, welche Eigenschaften dem Kater zugeschrieben werden (etwa rassistische Vorurteile gegenüber Schwarzen). Oder hat der Kater ein schwarzes Fell und rührt sein Name davon her? Das wäre meiner Ansicht nach allerdings ebenfalls rassistisch.



Can you hide, who you are? Take a look at yourself!
Can you stop, what will be? You think running will help?

Can't give up on the past, when the past never ends.
Now the dead that you raised live in me!

6 Re: H. P. Lovecraft am 14.06.11 19:09



Eisheiliger

Schweinehund
Ich glaube nicht, dass der Kater schlechte Eigenschaften hat. Das Tier ist in der Geschichte die Lieblingskatze der Hauptfigur (das wäre es wahrscheinlich nicht, wenn es schlechte Eigenschaften hat). Lovecraft selbst besaß eine Katze mit diesem Namen zu der er ähnlich eingestellt war wie zu dem Kater aus seiner Geschichte.



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7 Re: H. P. Lovecraft am 16.06.11 12:53



Kaufmann

Double under Dusk
Was ist denn bei "Schatten über Innsmouth" rassistisch? Dass die Bewohner der Stadt halb Mensch, halb Fischwesen sind?



That misty night, that dismal moon
The dead search for their kin.

While angels sing, in endless dark
The dead seek out sin.

8 Re: H. P. Lovecraft am 17.06.11 16:18



Kate

Snowblind
Kommt wieder darauf an, ob sie wegen dieser "Mischung" z. B. weniger intelligent sind, dann wäre es nach meinem Dafürhalten wieder rassistisch. Wobei man in diesem Fall wohl differenzieren muss: es handelt sich bei den Bewohnern von Innsmouth nicht um ein reales Volk, werden sie aber abfällig mit einem wirklich existierenden womöglich schon mit Vorurteilen bedachten Volk verglichen, was ihre charakterlichen Eigenschaften zum Beispiel betrifft, könnte man das auch als rassistisch auslegen.



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9 Re: H. P. Lovecraft am 20.06.11 21:41



Eisheiliger

Schweinehund
Dann ist Lovecraft nach heutiger Sichtweise wohl teilweise rassistisch. Aber ist er dewegen ein schlechter Autor?



In Bearbeitung

10 Re: H. P. Lovecraft am 21.06.11 16:45



Kaufmann

Double under Dusk
Kommt darauf an, wie sich das niederschlägt. Als guter Autor muss man wahrscheinlich nicht moralisch einwandfrei sein, um eine gut durchdachte Handlung zu Papier zu bringen.
Dass Lovecraft stellenweise offenbar rassistisch ist, hatte ich nicht mehr in Erinnerung. Ich denke auch, dass das von Geschichte zu Geschichte variiert und er einfach nur die Vorurteile seiner Zeit einfließen ließ. Oder gibt es Belege dafür, dass er rassistische Ansichten privat vertreten hat (abgesehen vom Namen seiner Katze)?



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11 Re: H. P. Lovecraft am 04.07.11 17:52



Eisheiliger

Schweinehund
Ich habe jetzt nichts Konkretes im Kopf, aber ich glaube, wer in seinem privaten Leben nach Rassismus sucht wird auch fündig werden. Oder wer etwas anderes annimmt, findet mit einiger Mühe die Bestätigung dafür, dass er "Recht" hatte.
Mir ist nichts davon bekannt, dass Lovecraft sich außerhalb seiner Bücher explizit rassistisch geäußert hat. Und selbst wenn, kann man im Nachhinein doch nur schwer sagen, ob das nicht nur die Vorurteile seiner Zeit waren die er widergegeben hat oder seine eigene persönliche Einstellung.
Von seinen Büchern gibt es nur wenige, die "rassistisch-gefärbte" Passagen haben, deshalb sehe ich das ähnlich wie Kaufmann. Die Vorurteile gegenüber Schwarzen (ist das auch wieder rassistisch, wenn ich das als Beispiel nenne?) sind in seine Bücher vielleicht eingeflossen, aber es sind keine Hasspredigten auf andere Völker.
Ich glaube jeder Autor hat einen "schwarzen Fleck", den man nur suchen und dann hochstilisieren muss.



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12 Re: H. P. Lovecraft am 05.07.11 15:08



Kate

Snowblind
Aber wenn er die Vorurteile seiner Zeit teilweise in seinen Büchern, wenn auch nicht explizit, widergegeben hat, dann hat er sie doch trotzdem gleichzeitig zementiert, indem er sie unhinterfragt aufs Papier gebracht hat. Oder nicht?



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13 Re: H. P. Lovecraft am 09.07.11 18:09



Eisheiliger

Schweinehund
Dass kann man meiner Meinung nach so nicht sagen. Er schreibt schließlich nicht, dass zum Beispiel Schwarze "dümmer" wären als andere Menschen, was schließlich in lupenreines, rassistisches Vorurteil ist.



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14 Re: H. P. Lovecraft am 09.07.11 21:06



Kate

Snowblind
So plump taucht Rassismus bei Lovecraft meines Wissens nach auch nicht auf, sondern er übertragt ihn zum Beispiel auf die Bewohner von Innsmouth, also auf literarische (fiktive) Figuren.
Korrigiere mich bitte, falls ich falsch liegen sollte. Vielleicht zitiert auch jemand die Stelle, wo die Einwohner beschrieben werden, ich habe kein Buch von Lovecraft, in dem die Geschichte zu finden wäre.



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15 Re: H. P. Lovecraft am 05.08.11 20:06



Eisheiliger

Schweinehund

"There were only three passengers - dark, unkempt men of sullen visage and somewhat youthful cast - and when the vehicle stopped they clumsily shambled out and began walking up State Street in a silent, almost furtive fashion. The driver also alighted, and I watched him as he went into the drug store to make some purchase. This, I reflected, must be the Joe Sargent mentioned by the ticket-agent; and even before I noticed any details there spread over me a wave of spontaneous aversion which could be neither checked nor explained. It suddenly struck me as very natural that the local people should not wish to ride on a bus owned and driven by this man, or to visit any oftener than possible the habitat of such a man and his kinsfolk.
When the driver came out of the store I looked at him more carefully and tried to determine the source of my evil impression. He was a thin, stoop-shouldered man not much under six feet tall, dressed in shabby blue civilian clothes and wearing a frayed golf cap. His age was perhaps thirty-five, but the odd, deep creases in the sides of his neck made him seem older when one did not study his dull, expressionless face. He had a narrow head, bulging, watery-blue eyes that seemed never to wink, a flat nose, a receding forehead and chin, and singularly undeveloped ears. His long thick lip and coarse-pored, greyish cheeks seemed almost beardless except for some sparse yellow hairs that straggled and curled in irregular patches; and in places the surface seemed queerly irregular, as if peeling from some cutaneous disease. His hands were large and heavily veined, and had a very unusual greyish-blue tinge. The fingers were strikingly short in proportion to the rest of the structure, and seemed to have a tendency to curl closely into the huge palm. As he walked toward the bus I observed his peculiarly shambling gait and saw that his feet were inordinately immense. The more I studied them the more I wondered how he could buy any shoes to fit them.
A certain greasiness about the fellow increased my dislike. He was evidently given to working or lounging around the fish docks, and carried with him much of their characteristic smell. Just what foreign blood was in him I could not even guess. His oddities certainly did not look Asiatic, Polynesian, Levantine or negroid, yet I could see why the people found him alien. I myself would have thought of biological degeneration rather than alienage."



Das ist die geeignetste Passage die ich auf die Schnelle gefunden habe. Von wem der Text ist, ist ja wohl klar, also dürfte ich kein Copyright verletzen. Lovecraft ist immerhin schon seit über 70 Jahren verstorben.



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